Ir arriba

In Borneo zu Gast im Indianer-Longhouse

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Im Minutentakt gehen die Likes auf Facebook ein. Der britische Schauspieler Robson Green ist begeistert. Andrea aus Köln posted Grüße und schwelgt in Urlaubserinnerungen. Und ich traue meinen Augen nicht: da sind das neu errichtete Waldbloghaus, die Zimmer und die Diele der Nanga Supa Lodge im Dschungel von Borneo zu sehen. Dabei ist es noch kein Jahr her, da zerstörte ein Feuer das imposante Longhaus und mit ihm die Unterkunft und die Ersparnisse von 24 Iban-Familien.

Batang Ai

Möchten Sie Orang Utans in freier Wildbahn sehen und bei einem indigenen Stamm in dessen traditionellen Longhouse untergebracht sein? Dann sind Sie im...Weiterlesen

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Die Iban-Indianer bilden den größten Volksstamm in der Provinz Sarawak. Ihre Vorfahren haben das Bild vom wilden Buschmann, der mit Blasrohr seine Beute erlegt und auch sonst nicht zimperlich ist, maßgeblich mitgeprägt. „Der Kopf des verfeindeten Stammesanführers wurde aufgespießt und als Zeichen zum Respekt vor der eigenen Tür als Trophäe ausgestellt“, flüstert Andah und beugt sich geheimnisvoll herüber. Der stellvertretende Chef de Nanga Supa Lodge ist sonst eher von scheuer Natur, doch jetzt amüsiert er sich prächtig über die erschrockenen Gesichter seiner Besucher. „Alles lange her, gebt her, ich schenke Euch noch einen Reiswein ein und dann trinken wir auf die Freundschaft der Völker.“ Und dann erzählt er uns über das Hier und Jetzt, über die traditionelle Lebensweise der Indianer, aber auch über ihre Federführung bei einer Reihe von wegweisenden Naturerhaltungs-Projekten. In diesem entlegenen Teil von Borneo, nahe der Grenze zu Indonesien, ist man bisher von Profijägern aus der Palmölbranche verschont geblieben. Das Habitat der Orang-Utans ist intakt und langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass ein sanfter Tourismus auch für die Einheimischen einen nachhaltigen Nutzen bringen kann. Tatsächlich begegnen wir auf der 120 Meter langen Veranda, welche die privaten Wohnbereiche der Familien verbindet, durchweg sehr freundlichen Menschen. Eine Frau mittleren Alters flechtet Körbe, etwas weiter repariert ein hagerer Mann sein Fischernetz. Dazwischen eine Familie, deren 8 Monate altes Baby in einem elastisch befestigten Tragegurt sanft auf- und abfedert. Auch wenn Andah uns erzählt, dass sich viele aus dem Dorf eine Ausbildung, vielleicht sogar ein Studium in Kuching wünschen, das einfache Leben hier im Urwald vermittelt mir, ich bin ein Großstadtmensch, eine oft vermisste Ruhe, einen ganz eigenen Reiz. Als ich später auf meiner Matratze im Gästehaus liege, lasse ich die Gedanken noch eine Weile kreisen. Ich denke an die Tagestour, die wir heute unternommen haben; an das Geschick des Bootsführers beim Fischen auf Iban-Art, an die gewaltigen Nester der „Menschenaffen“ auf dem Weg durch den Dschungel und an das köstlich Gebratene nach dem eiskalten Bad unter dem Enseluai Wasserfall. Ich denke an den plötzlich einsetzenden Platzregen auf unserem Rückweg auf dem Lalang Fluss und an den pfeilschnellen Fischreiher, der genau in dem Moment quer über uns hinwegschießt, als der erneute Sonnenschein ringsum ein funkelndes Spiel der Farben entfacht. Und dann denke ich plötzlich an etwas völlig Profanes: werden die Kunden unseres Reiseveranstalters dieses tolle Naturerlebnis zu schätzen wissen, obwohl eines unserer Qualitätsstandards, ein privates Bad im Zimmer, hier nicht eingehalten werden kann? Ein Jahr später klärt sich die Frage ganz von selbst: die Facebook-Fotos der neuen Gästeunterkunft der Nanga Sumpa Lodge zeigen ein ganz neues, aus Tropenholz gezimmertes Quartier … mit eigenem Bad!

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